Pál Dárdai würdigt den bodenständigen Teamplayer Andreas Thom

Abendliche Silhouette des Berliner Olympiastadions mit den Olympischen Ringen vor dunklem Dämmerungshimmel mit dem Zitat von Hertha-Trainer Pál Dárdai über Andreas Thom: „Andi kam zu uns als Star mit vielen Länderspielen und ganz großen Erfolgen. Mir aber hat er auch deshalb imponiert, weil er den Star nie raushängen ließ.“

„Andi kam zu uns als Star mit vielen Länderspielen und ganz großen Erfolgen. Mir aber hat er auch deshalb imponiert, weil er den Star nie raushängen ließ.“

Gesagt von
Pal Dardai
Rolle · Verein
Trainer · Hertha BSC

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Wenn ein hochdekorierter Nationalspieler und frischgebackener Meister in eine Kabine kommt, rechnen alle mit Allüren. Doch als Pál Dárdai Jahre später als Hertha-Trainer auf seinen einstigen Mitspieler Andreas Thom zurückblickte, zog er vor allem vor dessen menschlicher Größe den Hut.

Was passiert war

Man muss sich das Berliner Fußball-Frühjahr 1998 einmal kurz vor Augen führen: Hertha BSC hatte sich als Aufsteiger gerade erst wieder in der Bundesliga freigeschwommen, und in der Kabine saß ein junger, hungriger Ungar namens Pál Dárdai, der noch ganz am Anfang seiner großen Karriere an der Spree stand. Und dann ging die Tür auf, und herein kam Andreas Thom. Kein gewöhnlicher Neuzugang, sondern ein echtes Schwergewicht des deutschen Fußballs.

Thom brachte eine Vita mit ans Olympiastadion, vor der man automatisch Spalier stand: DDR-Meister mit dem BFC Dynamo, erster gesamtdeutscher Nationalspieler, DFB-Pokalsieger 1993 mit Bayer 04 Leverkusen und dazu frischgebackener schottischer Meister mit Celtic Glasgow. Kurz gesagt: Wenn damals einer das Recht gehabt hätte, sich in der Hertha-Kabine den besten Platz zu sichern und sich von den jungen Wilden die Schuhe putzen zu lassen, dann „Andi“ Thom.

Doch genau das Gegenteil passierte. Wie sich Pál Dárdai viele Jahre später – längst selbst zur Vereinslegende und zum Cheftrainer der „Alten Dame“ gereift – erinnerte, stellte sich der prominente Routinier ohne jedes Gehabe in den Dienst der Mannschaft. Kein Stargehabe, keine Sonderwünsche, sondern ehrliche Arbeit auf dem Trainingsplatz. Für den jungen Dárdai war diese Begegnung eine prägende Lektion fürs eigene Fußballerleben: Wahre Größe erkennt man nicht an den Medaillen in der Vitrine, sondern daran, wie man mit den Kollegen in der Kabine umgeht.

Warum der Satz bleibt

Im modernen Profifußball, in dem schon Achtzehnjährige nach drei geraden Pässen mit eigener Entourage und Star-Frisur durch die Mixed Zone schweben, wirkt Dárdais Rückblick auf Andreas Thom wie ein Gruß aus einer besseren Fußballwelt. Das Zitat bringt perfekt auf den Punkt, was Pál Dárdai selbst über Jahrzehnte bei Hertha BSC verkörpert und später von seinen eigenen Schützlingen eingefordert hat: Demut, Bodenständigkeit und absoluter Teamgeist – egal, wie viele Länderspiele oder Pokale auf der eigenen Visitenkarte stehen.

Quellen

1. Wikipedia, Pál Dárdai, https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A1l_D%C3%A1rdai

2. Wikipedia, Hertha BSC, https://de.wikipedia.org/wiki/Hertha_BSC

3. Wikipedia, Andreas Thom, https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Thom_(Fu%C3%9Fballspieler)